Dimensionierung indirekter Bereiche

Bestimmung der Anzahl an Personal, Betriebsmittel und benötigter Fläche

Anpassung der indirekten Bereiche für mehr Effizienz

Die Turbulenz und Dynamik der Märkte zwingen Unternehmen zu einer kontinuierlichen und vollumfänglichen Anpassung ihres Absatz- und Produktionsprogramms. Die resultierenden Produktionsprogramme sind dadurch weitaus komplexer und durch multivariate Einflüsse geprägt. Der Effekt der multivariaten Einflüsse kommt insbesondere in den indirekten Bereichen zum Tragen, da Tätigkeitsaufwände in indirekten Bereichen nicht zwingend proportional mit der Produktionsmenge steigen, sondern sich vielmehr durch weitere Einflüsse, wie die Losgröße oder die Variantenvielfalt gestalten. Klassische Maßnahmen begegnen diesen Turbulenzen maßgeblich mit der Forderung nach hoher Flexibilität und Wandlungsfähigkeit, was im Wesentlichen nur durch Überdimensionierung und vorgehaltene Flächenreserven für den Erweiterungsfall möglich ist. Dabei ist zu beachten, dass eine Überdimensionierung zu unwirtschaftlichen Überkapazitäten und erhöhten Stückkosten führt. Den Möglichkeiten zur Gestaltung einer wandlungsfähigen Fabrik ist gemein, dass zunächst ein Mindestmaß der Fabrikdimension gefunden werden muss, die der Prognose des erwarteten Produktionsprogramms  zum Planungszeitpunkt entspricht. Im Rahmen einer ganzheitlichen Fabrikplanung werden verstärkt auch die indirekten Bereiche, wie z. B. Arbeitsvorbereitung, Qualitätskontrolle oder Instandhaltung, einbezogen. Für die Gesamtproduktivität in den Unternehmen erhalten die indirekten Bereiche zunehmend einen höheren Stellenwert. Aufgrund einer Zunahme kapitalintensiver Technologien und Fertigungsprozesse, sowie die stetige Verschiebung von direkten Tätigkeiten in indirekte Bereiche, verschärft die Situation. Lässt sich die Produktivitätsentwicklung in den direkten Bereichen oft nur noch mit kleinen Zuwächsen realisieren, so können in den indirekten Bereichen enorme Potenziale ausgeschöpft werden. Aufgrund dessen sind es gerade die indirekten Bereiche, denen zukünftig die höchsten Effizienzsteigungspotenziale attestiert werden.

Dimensionierung von Personal, Betriebsmittel und Fläche

Die Dimensionierung eines Unternehmens bezieht sich auf die drei Größen Betriebsmittel, Personal und Fläche. Die Dimensionierung selbst dient der Kapazitätsauslegung und der Ermittlung des Flächenbedarfs.

Als Betriebsmittel werden allgemein Maschinen, Anlagen, Vorrichtungen, Werkzeuge u. a. bezeichnet. Bei der Dimensionierung der Betriebsmittel wird mit den Fertigungsausrüstungen begonnen, da sich Ausprägung und Ausmaß aller übrigen Ressourcen (Flächen und Personal) daraus ableiten.

Die Personalbedarfsplanung ist eine wesentliche Komponente im Fabrikplanungsprozess, da Personalkosten oftmals einen dominierenden Anteil in den Kostenstrukturen übernehmen. In direkten Bereichen kann somit der Personalbedarf aus dem Produkt von Jahresmenge und dem Zeitbedarf je Arbeitseinheit errechnet werden. Schwieriger fällt die Bestimmung der Personalbedarfe, z. B. für Lager-, Kommissionier und Logistiktätigkeiten aus. Hier sind bisher überwiegend die Vorabfeststellung aller entsprechenden arbeitsplatzbezogenen Tätigkeiten und deren Zeitaufwände erforderlich. Mit der Kennzahlenmethode können jedoch auch hier z. B. Arbeitsabläufe der zu bedienenden Ausrüstungen (z. B. Regalbedien- und Kommissioniergeräte, Dispositionssoftware, Leitstand) ins Verhältnis zu produzierender Stückzahlen gesetzt werden. Die Bestimmung der Personalbedarfe für Tätigkeiten mit einem hohen Verwaltungsanteil fallen wesentlich umfangreicher aus. Bei vorhandenen Prozessen muss hier bisher zur Bestimmung der Arbeitszeitaufwände z. B. auf Arbeitsanalysen, Zeitmessungen vor Ort oder Einsatz vom MTM -Verfahren zurück gegriffen werden.

Nach der Planung der Betriebsmittel sowie des Personals erfolgt die Flächenplanung. Die Vorausbestimmung des für ein Fabrikplanungsobjekt erforderlichen Flächenbedarfes stellt aufgrund seiner Bedeutung hinsichtlich Grundstück bzw. Gebäudestrukturen und des daraus resultierenden Investitionsbedarfs eine Kernaufgabe innerhalb des Fabrikplanungsablaufes dar.

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Bross Dimensionierung indirekter Bereiche
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